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Stadtgeschichte(n): Ein St.Galler mitten im Rifkrieg in Marokko

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1926 wagte sich Walter Scherrer auf eine ungewöhnliche Studienreise – mitten in den Rifkrieg in Marokko. Dort kämpften die Rifkabylen gegen die koloniale Präsenz von Spanien und Frankreich. Obgleich der mehrjährige Konflikt der Schauplatz des ersten Luftangriffs mit Giftgas war, verschwindet die Erinnerung des Krieges oft zwischen den Schatten der zwei Weltkriege. Durch den St.Galler an der Front bleibt jedoch in den Beständen des Stadtarchivs ein kleiner Einblick in diesen Krieg erhalten.

Walter Scherrer (05.12.1882-31.05.1940) war der Sohn von Hermann Scherrer, ein prominenter St. Galler Kopf, dem als Stadtrat, «Marionettenpapa» und Gründer eines Hilfswerks für hungernde Kinder in München bereits 2017 ein Beitrag neues Fenster gewidmet wurde.

Das kleine Privatarchiv von Walter Scherrer kam gemeinsam mit dem Bestand seines Vaters als Schenkung der Kantonsbibliothek 2005 ins Stadtarchiv. Es enthält hauptsächlich Fotografien von seiner Reise, begleitet von einigen hand- und maschinengeschriebenen Beobachtungen über Festungen, Kriegshafen, Geschütze und Verteidigungsanlagen sowie zwei Postkarten an seinen Vater und ein Brief an seine Schwester Irma. 

Laura Schmid, Mitarbeiterin des Stadtarchivs, hat Walter Scherrers Erlebnisse «draussen in der Welt» in Text und Bildern nachgezeichnet.